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Stan Lee

MARVEL COMICS



Stan Lee (* 28. Dezember 1922 in New York; eigentlich Stanley Martin Lieber) ist ein US-amerikanischer Comicautor und -redakteur. Zusammen mit Zeichnern wie Jack Kirby und Steve Ditko schuf er für Marvel Comics eine Reihe von klassischen Superhelden, der berühmteste davon ist Spider-Man. Lee und seine Mitarbeiter waren die ersten, die komplexe Charaktere und ein durchdachtes gemeinsames Universum in die Welt der Superheldencomics brachten. Er machte aus dem kleinen Verlag Marvel Comics ein großes Medienunternehmen.

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Frühe Karriere

Als Teenager begann Lee für Verleger Martin Goodman als Kopierassistent bei Timely Publications zu arbeiten. Aus Timely wurde später Marvel Comics. 1941 erschien seine erste veröffentlichte Arbeit, eine Textseite in einem Captain America Comic, das er mit dem Pseudonym Stan Lee unterschrieb. Bald begann Lee auch Comics zu schreiben und wurde im Alter von 17 Jahren der jüngste Redakteur im Comicbereich.

Während des 2. Weltkriegs diente Lee in der Armee der Vereinigten Staaten, wo er Anleitungen, Trainingsfilme, Slogans und manchmal Cartoons verfasste. Sein Rang war "Dramatiker", nur neun Männer in der Armee erlangten diesen Titel.

Nach dem 2. Weltkrieg kehrte Lee zu Timely zurück. Anfang der fünfziger Jahre begann ein Kreuzzug gegen Comics, es wurde behauptet sie übten einen schädlichen Einfluss auf die Jugend aus. Besonders die damals sehr populären Horrorcomics waren davon betroffen. Um weiter publizieren zu können, begannen Comicverlage mit Selbstzensur und schufen schließlich einen strengen Comics Code. In diese Zeit fiel auch der Niedergang der Superheldencomics, und im Jahr 1952 waren DC Comics Superman, Batman und Wonder Woman die einzigen regelmäßig erscheinenden Titel. Wegen dieser Umstände schrieb Lee in den fünfziger Jahren Comics für viele verschiedene Genres. Gegen Ende des Jahrzehnts überlegte er, mit dem Comicschreiben aufzuhören.
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Die Marvel Revolution

In den späten fünfziger Jahren belebte DC Comics das Superheldengenre wieder. Die neugestarteten Serien The Flash und Justice League of America waren sehr erfolgreich, und Martin Goodman gab Lee den Auftrag, ein neues Superheldenteam zu schaffen. Lees Frau redete ihm zu, Geschichten zu schreiben, die er selbst lesen wollte, und sich nicht auf die Konventionen des Genres zu beschränken. Lee folgte diesem Rat und schuf mit Jack Kirby 1961 die Superheldenfamilie der Fantastic Four (die im deutschsprachigen Raum als die Fantastischen Vier bekannt wurden).

Die Serie kam gut an, und Lee und Kirby schufen kurz darauf den unglaublichen Hulk, Iron Man, den mächtigen Thor und die X-Men. Mit Bill Everett kreierte Lee Daredevil und mit Steve Ditko Doctor Strange und Spider-Man. Diese Charaktere halfen das Superheldengenre neu zu erfinden. Lee gab seinen Charakteren Fehler und Probleme. Seine Helden hatten Wutausbrüche, waren melancholisch, eitel oder gierig. Sie kämpften miteinander, hatten Probleme die Miete zu bezahlen und manche hatten gesundheitliche Probleme. Lee schrieb Charaktere, mit denen sich der Leser identifizieren konnte, statt der unfehlbaren Idole, die Superhelden vorher gewesen waren.

Für den Rest der sechziger Jahre war Lee Autor und Redakteur der meisten Marvelserien, antwortete auf Fanbriefe und schrieb eine monatliche Kolumne namens "Stan's Soapbox". Um den Redaktionsschluss einhalten zu können, erfand Lee eine eigene Art, Comics zu texten, die als "Marvel-style of comic scripting" bekannt wurde. Lee verfasste statt eines vollständigen Skripts eine kurze Zusammenfassung für eine Geschichte, die er einem erfahrenen Zeichner gab. Der Zeichner baute die Zusammenfassung auf die geforderte Seitenanzahl aus und zeichnete sie. Dann fügte Lee Dialoge und anderen Text in die fertigen Zeichnungen ein. Das machte die Zeichner zu Co-Autoren, die für die Handlung ebensoviel beitrugen wie Lee selbst.

Wegen dieses Systems ist umstritten, wieviel der Comics die seinen Namen als Autor trugen, wirklich seiner Feder entstammten. Insbesondere Comics die er mit Kirby und Ditko verfasste sind von diesem Disput betroffen, es wird behauptet, dass Lee die Lorbeeren für sich wollte und die Zeichner ausnutzte. Lee selbst wehrt sich gegen solche Vorwürfe, seiner Aussage nach hat er seine Zeichner immer anerkannt.

1971 reformierte Lee den Comics Code unabsichtlich, als er eine Geschichte für das US Gesundheitsministerium schrieb, in dem ein Freund von Spider-Man pillenabhängig wurde. Die Geschichte sollte in Amazing Spider-Man #96 veröffentlicht werden, doch die Comics Code Authority verweigerte die Zustimmung, weil darin Drogen vorkamen. Den Kontext, in dem die Drogen dargestellt wurden, bewertete die Authority als irrelevant. Als Reaktion darauf veröffentlichte Marvel die Geschichte ohne das CCA Siegel. Das Heft verkaufte sich trotzdem gut, und Marvel wurde für sein soziales Engagement gelobt. Daraufhin lockerte die CCA den Code und erlaubte die Darstellung von Drogen in negativem Kontext.
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Spätere Karriere

In späteren Jahren wurde Lee eine Galionsfigur für Marvel Comics. Er trat auf Comic Conventions in ganz Amerika auf, hielt Lesungen ab und nahm an Podiumsdiskussionen teil. 1981 zog er nach Kalifornien, um Marvels TV und Filmprojekte zu fördern. Er war ausführender Produzent vieler Filme die auf Marvelcharakteren basierten und hatte kurze Gastauftritte in vielen dieser Filme. In X-Men trat er als Hot-Dog Verkäufer auf, in Spider-Man als Festivalbesucher, in Daredevil wurde er vom Hauptcharakter vor dem Überfahren werden gerettet, in Hulk verließ er ein Gebäude und in Spider-Man 2 war er ein Fußgänger. In Fantastic Four spielt er erstmals einen echten Charakter aus dem Comic, nämlich den Briefträger der F4, Willie Lumpkin.

Ein weiterer Gastauftritt von Lee war in Kevin Smiths Mallrats, außerdem wurde er von Smith für Stan Lee's Mutants, Monsters and Marvels interviewt und trat als er selbst in den Simpsons auf. Für die animierte Spider-Man Serie, die 2003 von MTV produziert wurde, sprach er auch einen Charakter.

Während des Dot-Com Boom ließ Lee seinen Namen für StanLee.Net verwenden, ein online multimedia Unternehmen, mit dessen Führung er aber nichts zu tun hatte. Das Unternehmen versuchte Internetanimation mit traditionellen Comicstrips zu verschmelzen, scheiterte aber an Missmanagement.

2001 arbeitete Lee erstmals für DC Comics. Er schuf die Just Imagine Stan Lee creating ... Serie, die Neuinterpretationen verschiedener DC Charaktere, wie sie Lee geschaffen hätte, zeigte.

Für Spike TV schuf Lee die animierte Superheldenserie Striperella, 2004 wurden Pläne für eine Kollaboration mit Hugh Hefner angekündigt, die einen Superheldencartoon mit Playboy Playmates betrafen. Im August 2004 kündigte Lee die Gründung von "Stan Lee's Sunday Comics" an, eine Website auf der Abonnenten sonntäglich neue Comics von Lee lesen können. Gemeinsam mit dem ex-Beatle Ringo Starr arbeitet Lee 2005 an der Entwicklung der Zeichentrickserie "Super-Ringo" für das Fernsehen.

Im April 2005 einigten sich Lee und Marvel Enterprises (Marvel Comics) außergerichtlich auf eine Entschädigung in Millionenhöhe für die Verwertung der Filmrechte an seinen Comicfiguren. Lee hatte den Comicverlag auf 10 % des Profits von Filmen mit seinen Comicfiguren verklagt und in erster Instanz gewonnen, die Berufungsverhandlung stand aber noch aus.












Calvin und Hobbes
- Charaktere -

Calvin

CalvinIn den Comic-Strips von Bill Watterson dreht sich alles um die Welt des phantasievollen sechsjährigen Jungen Calvin. Calvin wurde von Bill Watterson nach dem Theologen der Reformation Johannes Calvin benannt, der im 16. Jahrhundert lebte. Die Calvinisten sehen die Bibel als alleinige Quelle der Wahrheit an und vertreten die Ansicht, dass das Leben eines Menschen von Geburt an vorbestimmt ist.

Außer dem Namen hat der Calvin aus “Calvin und Hobbes” also (zum Glück) nicht allzuviel mit seinem Namensgeber gemein. Denn dieser Calvin vertreibt sich seine Zeit unter anderem damit, seine Eltern mit aberwitzigen Ideen zu verwirren, mit Wasserbomben nach der Nachbarstochter Susi Derkins zu werfen, seine bedauernswerte Babysitterin Rosalyn zur Verzweiflung zu treiben und mit seinem Essen die seltsamsten Dinge anzustellen. Calvin lebt in seiner eigenen Welt, die von UNFASSBAREn Superhelden, dem furchtlosen Raumfahrer Spiff, dem Privatdetektiv Tracer Bullet, gewaltigen Dinosauriern und mutierten Killermonsterschneemännern bevölkert wird.

Calvin und HobbesStets an seiner Seite befindet sich dabei Hobbes, ein von seiner Phantasie zum Leben erweckter Stofftiger. Calvin hat außer Susi Derkins, mit der ihn eine innige Hassliebe verbindet, keine *normalen* Freunde und verbringt daher die meiste Zeit mit Hobbes. Zusammen spielen sie das chaotische Calvinball, halten Versammlungen des E.M.S.V. (Eklige Mädchen Sollen Verduften) ab und unterhalten sich - während sie in rasanter Fahrt in ihrem Bollerwagen einen Abgrund hinabrasen - über den Sinn des Lebens, und warum ein Samstag ohne drei Schüsseln Zuckerbomben mit Schokoguss zum Frühstück ein verlorener Samstag ist.

Der folgende Text ist eine Übersetzung des Kommentars von Bill Watterson im Buch “The Calvin and Hobbes Tenth Anniversary Book”:

Bill Watterson“Viele Leute glauben, dass Calvins Charakter auf einen meiner Söhne oder Erlebnisse aus meiner eigenen Kindheit zurückgeht. Tatsächlich habe ich aber gar keine Kinder und war selbst ein eher ruhiges und braves Kind, also das genaue Gegenteil von Calvin. Ein Grund, weshalb es mir besonderen Spaß gemacht hat, Calvin zu zeichnen war der, dass ich häufig eben nicht seiner Meinung war. Calvin ist nur in dem Sinne autobiographisch, dass er sich über die gleichen Themen wie ich Gedanken macht. Ich kann nicht gerade behaupten, dass ich gerne ein Kind wie Calvin hätte, aber als Charakter in meinem Comic-Strip hat er mir geholfen, mein eigenes Leben besser zu verstehen und durch ihn meine Gedanken über die menschliche Natur auszudrücken. Ich vermute, dass die meisten Menschen alt werden ohne jemals erwachsen zu werden, und dass in jedem Erwachsenen auch ein widerspenstiges Balg wie Calvin steckt.”

Der folgende Text ist eine Übersetzung des ausgezeichneten Kommentars auf der Website Calvin and Hobbes Resurrection:

“Ich bin mit ‘Calvin und Hobbes’ aufgewachsen. Als ich noch jung war, verkörperte Calvin all das, was ich selbst sein wollte. Sein außergewöhnlicher Wortschatz, sein Ideenreichtum und seine ätzenden Seitenhiebe auf die Wirtschaftswelt ließen ihn cleverer erscheinen als alle anderen Erwachsenen, die im Comic ebenfalls auftraten.

CalvinAls ich ‘Calvin und Hobbes’ vor ein paar Jahren wiederentdeckt habe, war es ironischerweise nicht mehr seine Weisheit, die mich an ihm so fasziniert hat, sondern sein kindisches Verhalten. Als Bill Watterson damit aufgehört hat, ‘Calvin und Hobbes’ zu zeichnen, habe ich viele Artikel gelesen, in denen er von den Autoren dafür gepriesen wurde, den Charakter eines sechsjährigen Jungen derart präzise eingefangen zu haben. Damals habe ich nicht nachvollziehen können, was sie damit genau ausdrücken wollten. Erst heute, nachdem ich zahllose Fernsehsendungen und andere Comics gesehen bzw. gelesen habe, denen es nicht ansatzweise gelungen ist, in angemessener Weise ein Kind zu portraitieren, weiß ich, was Bill Watterson wirklich geleistet hat. Das beste Beispiel dafür sind wohl die Weihnachtsstrips in denen es Watterson gelungen ist, die Angst eines unartigen Kindes vor dem Weihnachtsmann perfekt einzufangen.

Auch der folgende Kommentar von der Website Calvin und Hobbes.de sollte klar machen, was Calvin so einzigartig macht:

Calvin“Calvin ist das Kind, welches wir wohl alle gerne gewesen wären. Seine Ansichten über die Welt überschreiten den Horizont eines Sechsjährigen deutlich und spiegeln eher die Gedanken von einem Erwachsenen wieder, der sich nicht der öden Welt des Erwachsenseins ergeben will. Calvin ist das Kind in uns und somit ganz sicherlich unsere bessere Hälfte.”

Hobbes

HobbesDer Stofftiger Hobbes ist Calvins bester Freund, Spielgefährte und Begleiter in allen Lebenslagen. Hobbes wurde von Bill Watterson nach dem englischen Philosophen Thomas Hobbes benannt, der im 17. Jahrhundert lebte. Thomas Hobbes betrachtete die menschliche Natur mit einer gehörigen Portion Skepsis und plädierte in seinem Hauptwerk “Leviathan” für einen autoritären, absoluten Staat.

Auch der Hobbes aus “Calvin und Hobbes” kann sich nicht wirklich mit der Aussage anfreunden, dass der Mensch die Krone der Schöpfung darstellt. Denn was ist ein Mensch schon im Vergleich zu einem Tiger? ;-) Zum Leben erwacht der Stofftiger aber nur, wenn niemand außer Calvin in der Nähe ist. Für alle anderen scheint er nicht mehr als ein ganz normales Stofftier zu sein. Es muss wohl nicht extra erwähnt werden, dass Calvins lebhafte *Diskussionen* mit Hobbes nicht nur bei seinen Eltern ein gewisses Maß an Verwunderung hervorrufen.

HobbesTrotz seines Daseins als Stofftiger sollte man Hobbes aber keinesfalls unterschätzen, denn in ihm steckt ein vollwertiger Tiger... ein vollwertiger Tiger mit einer starken Vorliebe für Thunfisch. Er ist Calvins bester Freund und hilft ihm unter anderem bei seinen Hausaufgaben (eher schlecht als recht), versucht ihn von seinen irrwitzigen Plänen abzubringen (fast immer vergeblich), ist Präsident und 1. Tiger im legendären E.M.S.V. und liebt es über alles andere, sich hinterrücks an Calvin heranzuschleichen und ihn aus heiterem Himmel anzuspringen. In vielerlei Hinsicht kann Hobbes als Calvins bessere Seite angesehen werden. Während Calvin eher als draufgängerisch und verträumt beschrieben werden kann, ist Hobbes realistisch und hinterfragend. Die beiden ergänzen sich gut, aufgrund ihrer unterschiedlichen Charaktereigenschaften lässt sich die ein oder andere handfeste *Diskussion* aber natürlich nicht vermeiden. Alles andere wäre aber auch ziemlich langweilig, oder?

Persönlicher Kommentar:

“Ohne Calvin kein Hobbes, aber ohne Hobbes auch kein Calvin! Es ist müßig, sich darüber zu streiten, ob einem nun Calvin oder Hobbes *besser* gefällt, denn nur ihr kongeniales Zusammenspiel macht den Comic zu dem was er ist, nämlich dem besten Comic überhaupt! Obwohl ich Bill Wattersons Wunsch, der von seinen Charakteren keinerlei Merchandising-Artikel herstellen ließ, selbstverständlich respektiere, würde ich mich über einen Hobbes-Stofftiger wirklich sehr freuen.”

Der folgende Text ist eine Übersetzung des Kommentars von Bill Watterson im Buch “The Calvin and Hobbes Tenth Anniversary Book”:

Bill Watterson“Der Charakter von Hobbes wurde stark von einer unserer Katze Sprite inspiriert. Sprite war nicht nur das Vorbild für Hobbes’ langgestreckten Körperbau und seine Gesichtszüge, sondern auch für sein Wesen. Sprite war freundlich, intelligent und liebte es ebenfalls, sich anzuschleichen und dann plötzlich zuzustoßen.

Bei den meisten Cartoontieren entsteht der Witz erst durch ihre menschliche Verhaltensweise. Natürlich läuft Hobbes aufrecht und spricht, aber ich habe stets versucht, ihn nicht zu sehr zu vermenschlichen, sowohl von seiner äußeren Erscheinung als auch von seinem Verhalten her. Sein Takt und seine Reserviertheit erscheint mir sehr katzenhaft, ebenso sein kaum unterdrückter Stolz, kein Mensch zu sein. Wie Calvin ziehe auch ich oft die Gesellschaft von Tieren der von Menschen vor, und Hobbes entspricht meiner Vorstellung eines idealen Freundes.

HobbesDas sogenannte *Gimmick* meines Comic-Strips, die zwei verschiedenen Erscheinungsformen von Hobbes, wird manchmal missverstanden. Ich sehe Hobbes nicht als Stofftiger, der auf magische Art und Weise zum Leben erwacht, wenn Calvin in der Nähe ist. Ich halte Hobbes auch nicht für das bloße Produkt von Calvins Vorstellungskraft. Calvin sieht Hobbes auf seine Weise, und alle anderen sehen Hobbes auf die ihre. Ich zeige zwei Versionen der Realität und beide sind für die, die in ihr leben, vernünftig und sinnvoll. Ich denke, dass ist die Art, wie das Leben funktioniert. Niemand sieht die Welt auf die exakt gleiche Weise und dieser Umstand wird durch die zwei verschiedenen Hobbes’ versinnbildlicht.”



Calvins Eltern

Calvins VaterCalvins Eltern tragen ein hartes Los, welches der westlichen Welt unter dem Namen Calvin bekannt ist. Sie sind Calvins wirren Ideen und seinem meist frechen Verhalten mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert. Trotzdem tun sie ihr bestes, Calvin so etwas wie eine Erziehung zu vermitteln. Meist hilft ihnen aber nur noch der ein oder andere sarkastische Kommentar um Calvin wieder einigermaßen zur Vernunft kommen zu lassen. Während Calvins Mutter grundsätzlich kein sehr komischer Charakter ist, zählt Calvins Vater zu den witzigsten Charakteren des ganzen Comics.

Der folgende Text ist eine Übersetzung des Kommentars von Bill Watterson im Buch “The Calvin and Hobbes Tenth Anniversary Book”:

Calvins MutterBill Watterson“Ich habe Calvins Eltern niemals Namen gegeben, weil dies für das Verständnis des Strips nicht notwendig war. Gerüchte besagen, dass Calvins Vater ein Selbstportrait von mir sei, was natürlich auch damit zusammenhängt, dass er mir sehr ähnlich sieht. Alle Charaktere, die ich gezeichnet habe, sind ein Teil von mir, daher steckt auch in diesem Gerücht ein Körnchen Wahrheit, aber Calvins Vater ist vor allem auch eine Satire auf meinen eigenen Vater. All die Strips, die sich darum drehen, warum Hunger, Durst und Erschöpfung den “Charakter bilden” gehen auf die Erklärungen meines Vaters zurück. Diese Dinge sind nach 25 Jahren natürlich lustiger als sie damals für mich waren.

Calvins Eltern sind den lieben langen Tag über damit beschäftigt, Calvin zur Räson zu bringen. Ich bedauere daher ein wenig, dass wir so selten ihre besseren Seiten zu Gesicht bekommen. Zu Beginn wurde von einigen Lesern kritisiert, dass Calvins Eltern lieblos und unnötig zynisch seien, so ließ Calvins Vater die Bemerkung fallen, dass er in Wirklichkeit lieber einen Hund haben wollte. Ich habe aber versucht, ihr Verhalten möglichst realistisch dazustellen, mit einem Sinn für Humor, der einem Kind wie Calvin angemessen ist. Ich denke, dass sie einen besseren Job machen, als ich ihn an ihrer Stelle tun würde.”

Persönlicher Kommentar:

Calvins Mutter und Vater“Anders als die Leser, die Bill Watterson in seinem Kommentar erwähnt, liebe ich die sarkastischen Antworten von Calvins Eltern. Man sollte nie vergessen, dass es sich bei dem Kind, über das wir reden, um Calvin höchstpersönlich handelt! Calvins Vater ist mein liebster Nebencharakter des ganzen Comics. Besonders seine *wissenschaftlichen* Erklärungen, warum die Welt erst in den vierziger Jahren allmählich farbig geworden ist, und die berühmten Vati-Beliebtheitskurven gehören zu den Highlights des Comic-Strips.”

Susi Derkins (Susie Derkins)

Susi DerkinsDie gleichaltrige Nachbarstochter Susi Derkins ist Calvins Lieblingsopfer und -zielscheibe. Im Winter ist es sein liebster Zeitvertreib, kunstvoll geformte Schneebälle nach ihr zu werfen und im Sommer muss sie sich den Umtrieben des Geheimbunds “Eklige Mädchen Sollen Verduften” erwehren. Doch - wie könnte es anders sein - schließlich geht sie fast immer als Sieger aus den Auseinandersetzungen mit Calvin hervor. Ganz anders als Calvin besucht Susi die Schule freiwillig und gerne.

Der folgende Text ist eine Übersetzung des Kommentars von Bill Watterson im Buch "The Calvin and Hobbes Tenth Anniversary Book":

Bill Watterson“Susi ist aufrichtig, ernsthaft und clever; ganz so, wie das Mädchen, in welches ich in meiner Schulzeit verliebt war, und welches ich schließlich auch geheiratet habe. “Derkins” war der Spitzname des Beagles der Familie meiner Frau.

Calvin und SusiIch glaube, dass Calvin ein bisschen in Susi verknallt ist und dies dadurch ausdrückt, indem er versucht, sie zu ärgern. Susi ist etwas genervt und verärgert von Calvins Verrücktheit, und das bringt Calvin dazu, noch verrücktere Dinge anzustellen. Keiner von beiden versteht, was eigentlich überhaupt passiert und das ist vielleicht in fast jeder Beziehung so.”

Rosalyn

RosalynRosalyn tauchte zum ersten Mal als Calvins gefürchtete Babysitterin auf und gab kurze Zeit später ihr Debüt als seine Schwimmlehrerin. In den späteren Strips beginnt Calvin, äußerst kreative Pläne auszuhecken, wie er sie am besten zur Weißglut treiben kann. Da Rosalyn die einzige Babysitterin weit und breit ist, die noch dazu bereit ist, auf Calvin aufzupassen, während sich Calvins Eltern die ein oder andere ruhige Stunde gönnen, kann sie von diesen ein kleines Vermögen für ihre Dienste *erpressen*. Im letzten Babysitter-Strip spielt Rosalyn mit Calvin das über alle Maßen chaotische Calvinball und führt ihn dabei à la Hobbes nach Strich und Faden vor.

Der folgende Text ist eine Übersetzung des Kommentars von Bill Watterson im Buch "The Calvin and Hobbes Tenth Anniversary Book":

Bill WattersonRosalyn“Vielleicht die einzige Person, die Calvin wirklich fürchtet, ist seine Babysitterin Rosalyn. Sie erschien zum ersten Mal in einem Sonntagsstrip und ich habe nicht im Traum daran gedacht, dass sie sich zu einem wichtigen Nebencharakter entwickeln könnte, aber es hat mich fasziniert, wie sehr ihr Erscheinen Calvin eingeschüchtert hat. Rosalyns Beziehung zu Calvin ist sehr eindimensional, weswegen es für mich immer schwieriger wurde, weitere Babysitter-Geschichten zu erfinden, aber dafür, dass sie niemals als wichtiger Charakter eingeplant war, hat sie ihre Sache sehr gut gemacht."

Fräulein Wurmholz (Miss Wormwood)

Fräulein WurmholzFräulein Wurmholz ist Calvins Klassenlehrerin und Calvin macht ihr ihre Arbeit wirklich nicht leicht. Viele Strips, die Calvin in der Schule zeigen, drehen sich um die Abenteuer des Raumfahrers Spiff oder um die von ihm so sehr geliebten Dinosaurier. Fräulein Wurmholz ist meist nicht in der Lage, Calvin zu Räson zu bringen und so endet sein Schultag häufig mit einem Gang zum Rektor der Schule, Herrn Spuckel.

Der folgende Text ist eine Übersetzung des Kommentars von Bill Watterson im Buch "The Calvin and Hobbes Tenth Anniversary Book":

Bill Watterson“Wie einige Leser richtig geraten haben, ist Fräulein Wurmholz von mir nach dem niederen Teufel im Roman “The Screwtape Letters” von C. S. Lewis benannt. Fräulein Wurmholz ist mir nichtsdestotrotz wirklich sympathisch. Sie ist eine Lehrerin, die wirklich an den Wert der Bildung glaubt. Dennoch wartet sie sehnsüchtig auf ihre Pensionierung, raucht wie ein Schlot und nimmt zu viele Tabletten. Unnötig zu sagen, wer sich dafür verantwortlich zeichnet.”

Der folgende Text ist eine Übersetzung des Kommentars auf der Website Calvin and Hobbes Resurrection:

Herr Spuckel“Als ich jünger war, sah ich in Fräulein Wurmholz eine gemeine alte Lehrerin, wie wir sie alle eine hatten. Jetzt, nachdem ich dem Kindesalter entwachsen bin, habe ich erkannt, dass sie alles andere als bösartig ist. In Calvins Vorstellungen übernimmt sie stets die Rolle des Monsters oder des außerirdischen Aliens, aber in Wirklichkeit verdient er jede einzelne ihrer zahlreichen Bestrafungen.”
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